Ein guter Engel für Andere sein

Di, 31.07.2018

Mit einem feierlichen Aussendungsgottesdienst wurden 16 neue Ehrenamtlich vom ambulanten Kinderhospizdienst AMALIE entsendet. Sie haben sich ausbilden lassen, um Familien, in denen ein Kind oder ein Elternteil lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankt oder auch bereits verstorben ist, zu unterstützen.

Viele Monate haben sich die 13 Frauen und drei Männer in einer Weiterbildung mit der Trauerbegleitung, dem Sterben und Tod von Kindern auseinandergesetzt. „Engel kommen zu uns in Menschengestalt. Sie werden geschickt, um für andere Menschen da zu sein“, so sendete Diakon Graf Waldburg-Zeil in einem feierlichen Gottesdienst die Ehrenamtlichen aus, um ihren besonderen Auftrag zu übernehmen. Sie sollen Familien in schweren Zeiten von Krankheit, Trauer und Tod beistehen. Als Dank, diesen Dienst zu übernehmen, erhielten die Patinnen und Paten einen Handschmeichler aus Birkenholz mit ihrem persönlichen Leitsatz. „Den können Sie in der Hosentasche tragen, um in schwierigen Momenten des Einsatzes danach zu greifen“, sagt Elisabeth Mogg, die AMALIE-Koordinatorin für den Landkreis Ravensburg.

Da sein und Zeit schenken

Auf dem Schmeichler von Gaby Hertnagel steht der Satz „Wo wir Freude bereiten wird der Schmerz kleiner.“ Als gelernte Altenpflegerin, die vier eigene Kinder und drei Pflegekinder großgezogen hat, war für sie immer klar, dass sie sich in der Hospizarbeit engagieren wollte. Nach dem 100 stündigen Qualifizierungskurs fühlt sie sich gut vorbereitet. Neben den theoretischen Einheiten über Trauerbegleitung haben die Ehrenamtlichen im Rahmen eines Praktikums in Behinderteneinrichtungen, in Kinderkliniken, im Kinderhospiz oder in integrativen Kindertagesstätten Erfahrung im Umgang mit schwerkranken Kindern gesammelt. Seit sechs Wochen ist Gaby Hertnagel bereits im Einsatz und betreut das Geschwisterkind eines schwerstkranken Mädchens. „Wir verbringen einmal pro Woche Zeit miteinander“, sagt sie. Drei bis vier Stunden ist sie Ansprechpartnerin für das Geschwisterkind und bringt ein Stück Normalität in den Alltag. Sie ist aber auch im Gespräch mit den Eltern und Verwandten und hilft bei organisatorischen Schwierigkeiten. Froh ist Gaby Hertnagel über die gute Betreuung durch AMALIE. Wir suchen für jede Familie die passende Patin oder den passenden Paten“, so Barbara Weiland von AMALIE, Koordinatorin für den Bodenseekreis.

Begleiter, die zur Seite stehen

Aus ganz unterschiedlichen Lebensumständen haben sich die neuen Patinnen und Paten zusammengefunden, um ein Zeichen der Hoffnung zu sein. „Wer sein Leben lang immer Angst hat vor dem Sterben, fängt nie zu leben an“, so eine Liedzeile aus dem Gottesdienst, der virtuos am Klavier von Andreas Kruse begleitet wurde.

Der nächste Qualifizierungskurs des ambulanten Kinderhospizdienstes, eine Kooperation der Stiftung Liebenau und der Malteser startet im Oktober 2018. Interessierte Ehrenamtliche können sich auf der Homepage des ambulanten Kinderhospizdienstes (www.kinderhospizdienst-ravensburg.de und www.kinderhospizdienst-bodensee.de) über alle Termine informieren und Kontakt zu den Koordinatorinnen aufnehmen.

Artikel und Foto: Svenja Kranz, freie Mitarbeiterin der Stiftung Liebenau.